In Bezug auf die Anwendung von Spezialkabeln in Anlagen haben die zuständigen Organe Kriterien und Regeln festgelegt, die auf die Nennbetriebsspannungen von innerhalb der gleichen Leitung verlegten Kabeln anzuwenden sind.

Dieses Thema muss unter zwei verschiedenen Aspekten in Angriff genommen werden:

  • dem normativen, der sich vorwiegend mit der Sicherheit befasst.
  • dem technischen, der sich mit der Funktionsweise befasst.

Wir untersuchen die Normen, die den Bau von Maschinen auf dem europäischen/internationalen und nordamerikanischen Markt behandeln: IEC/EN 60204-1 und NFPA79.

Beide Normen fordern, dass die Nennbetriebsspannung von innerhalb der gleichen Leitung verlegten Spezialkabeln genauso hoch wie oder höher ist als die in einem beliebigen der Stromkreise dieser Leitung vorhandene höchste Spannung ist.

Um ein Beispiel zu nennen: Befinden sich in einer einzigen Leitung ein Kabel, das einen Motor bei 400 V speist, und ein Kabel, das einen Fernschalter bei 120 V speist, dann muss die Nennspannung beider Kabel 400 V oder mehr betragen. Selbstverständlich werden handelsübliche Kabel verwendet, deren Nennspannung am nächsten liegt. (z.B. TECNIFLEX 450/750 V).

Die IEC/EN 60204-1 fordert außerdem die Trennung zwischen Hauptstromkreisen, d.h. Stromkreisen für die Speisung von Geräten, und Steuerstromkreisen für Verriegelung.

Rein technisch bzw. funktional betrachtet ist es bekannt, dass Hauptstromleiter, die Elektromotoren über Wechselrichter speisen, bei hohen Frequenzen Störstrahlungen emittieren, die für in der Nähe befindliche Leiter schädlich sind. Diese Störstrahlungen beeinträchtigen nicht die anderen Speisungsleiter, sondern die analogen Signale und auch die digitalen Signale, z.B. diejenigen auf Encoderkabeln oder Buskabeln.

Der Einsatz geschirmter Spezialkabel verbessert die Situation zwar, schließt Probleme aber nicht von vornherein aus.

Addiert man beide Aspekte, so kann man schließen, dass es die beste Lösung ist, wenn man Hauptstromleiter von Leitern für die Signalübertragung trennt, indem man sie in unterschiedlichen Leitungen positioniert.

Diese Lösung ermöglicht die Realisierung eines Standardprodukts, das die Anforderungen beider Vorschriften erfüllt und Störungen vorbeugt, die auch während der langen Lebensdauer der Maschine in Form von Stillständen auftreten können.

Auf diese Weise ist das Problem unterschiedlicher Betriebsspannungen von Spezialkabeln zur Leistungsübertragung ( z.B. Uo/U 450/750 V oder 1000V UL ) und Signalübertragung ( Uo/U 300/500 V oder 30-300 V UL ) einfach dadurch zu lösen, dass man sie in unterschiedlichen Leitungen positioniert.

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